Zotzenbach. Schon seit einigen Jahren ist die Serenade des Zotzenbacher Sängerbundes ein Ereignis für Alt und Jung und auch am Sonntag lockte es viele Familien an - und das völlig zu Recht. Zu der besonderen Atmosphäre der Serenaden tragen viele Faktoren bei. Allein das Rote Haus, dessen Innenhof vom Heimat- und Museumsverein als Austragungsort zur Verfügung gestellt wurde, hat eine ganz eigene Ausstrahlung.

Dazu zählen, neben dem Chor, aber auch seine musikalischen Gäste, an diesem Abend waren das der Akkordeon-Club Ober-Mumbach, der für sich alleine schon für großartige Konzerterlebnisse bekannt ist, die Kinder der Waldhufenschule und ein Gesangs-Oktett. Und nicht zuletzt gehören zur richtigen Atmosphäre natürlich auch die Zuschauer - und die kamen zahlreich und gute gelaunt zur abendlichen "Freilichtbühne".

Aktueller Bezug

Das Programm versprach einen abwechslungsreichen Abend. Ganz klassisch begann der Sängerbund den musikalischen Reigen mit Mozarts "Wo Musik sich frei entfaltet", dem unter dem freien Himmel über Zotzenbach nichts im Wege stand. Es folgte ein sehr bekanntes Lied von Bob Dylan, welches übersetzt "Die Antwort weiß ganz allein der Wind" bedeutet - Blowing In The Wind. Anmoderiert wurde das Lied von Inge Leupolz mit den Worten "In den heutigen Zeiten ist dieser kriegsverachtende Song aktueller denn je".

Nachdem der Sängerbund seinen ersten Auftritt mit dem Lied "Welch ein Geschenk ist ein Lied" beendet hatte, kündigte Inge Leubholz den Akkordeon-Club unter der Leitung von Georg Pflästerer auf spezielle Art und Weise an. Sie fragte die Zuschauer, welcher Künstler die meisten Platten in Deutschland verkauft hat. "Es sind nicht die Beatles, es sind nicht die Rolling Stones, es ist James Last" löste sie die Frage auf. Mit "Biscaya" folgte eines seiner bekanntesten Stücke.

Mit 30 aktiven Musikern ist der Akkordeon-Club ein gut besetzter Verein. Unterstützt von einem Schlagzeug gelang es ihnen, mit den Akkordeons die Klänge vieler Genres einzufangen, "James Last", genauso gut, wie die fröhlichen "Schottischen Skizzen". Ein Höhepunkt dieses ersten Teils war sicherlich ein Wolfgang-Petri-Medley. "Den Namen Wolfgang Petri zu erklären ist wahrscheinlich so unnötig wie Wasser in die Weschnitz zu schöpfen", sagte die Moderatorin scherzhaft vor dem Stück. Und als dann die bekannten Melodien ertönten, war bei vielen der dazugehörige Text sofort im Kopf.

Gute Laune

Und mit guter Laune ging es beim zweiten Auftritt des Sängerbundes weiter. Zusammen mit dem Dirigenten Erich Schütz ließ dieser nämlich das witzige Lied "Die launische Forelle" erklingen. Doch als das Lied verklungen war, ging es erst richtig los, denn nacheinander wurde dieses närrische Lied von der Forelle durch verschiedene Stilrichtungen getragen.

So wurde aus der Melodie von Mozarts "Eine Kleine Nachtmusik" zusammen mit dem Text der "Launischen Forelle" "Eine kleine Nachtforelle". Unter Beethovens Einfluss wurde aus der Forelle eine Ode "Zur Ehre der Forelle", der Walzer "Forelle nach Wieder Art", die Wolga "Forelle" oder die "Forelle Italiana" fehlten nicht. Bemerkenswert ist, dass alle Genres stilgerecht und professionell getroffen wurden und beim Publikum für viel Heiterkeit sorgten.

Im darauf folgenden Auftritt der Kinder der Waldhufenschule unter der Leitung von Jutta Rautenberg widmeten sich die Kinder ganz einem Thema - dem Pferd. Mit Schlagwerk imitierten die Kinder vor dem großen Publikum den Galopp der Pferde und sangen von Cowboys oder einem Pferd, das noch etwas Zucker haben will, und das bekannte Kinderlied "Komm, mein Pferdchen".

Während die Sonne langsam hinter dem Scheunendach des Roten Hauses verschwand, versorgten sich die Zuhörer mit kleinen Speisen und Getränken, die vom Heimat- und Museumsverein angeboten wurden. Der zweite Teil der Serenade begann mit einem weiteren kleinen Höhepunkt, einem Gesangs-Oktett. Eigentlich ein eher loser Zusammenschluss von begeisterten Sängern und Sängerinnen unter der Leitung von Erich Schütz, war das Oktett an diesem Abend ein fester Bestandteil des Programms.

Bemerkenswertes Oktett

Als die acht Musiker anfingen zu singen, erinnerten sich sicherlich viele Zuschauer an einen Film aus dem Jahr 2004: "Gabriellas Lied" hieß der langsame Song und stammt aus dem Film "Wie im Himmel", wofür das Oktett viel Applaus erntete, soviel sogar, dass sie spontan eine kleine Zugabe sangen. "Neigen sich die Stunden", hieß das zweite Lied und die Sänger trugen es genauso sauber und gekonnt wie das vorige Stück vor, was die Begeisterung im Publikum weiter anfachte.

In einem letzten Auftritt des Akkorden-Clubs und dem darauf folgendem Sängerbund, der den Abschluss bildete, bekamen die Zuschauer noch einmal ein paar Evergreens zu hören, wie beispielsweise "Er gehört zu mir" in einem Marianne-Rosenberg-Medley, bei dem einige Zuschauer sogar eifrig mitsangen, oder bei "La Cucaracha", dem mexikanischen Volkslied, das sich ebenfalls sehr schnell im Ohr festsetzt.

Das letzte Lied des Sängerbundes war dann das gemütliche "Good night, sweetheart" von "The Spaniels". Vorbei war der Abend nach diesen unterhaltsamen Darbietungen jedoch noch lange nicht, viele Zotzenbacher nutzten die Gelegenheit, um noch eine Zeitlang beieinander zu sitzen und den Abend zu genießen - ein entspannter Abschluss des Wochenendes. maro

Artikel vom: 20.05.2014